Fachtagung „Neue Jugendreisepädagogik“
Eingestellt von Katja Rothmeier am 03.12.2007 um 1:16 PM
Unter der Leitfrage „Wohin geht die Reise? - Neue Jugendreisepädagogik: Chancen für Schule und Jugendarbeit“ fand vom 26. bis 27.November 2007 eine Fachtagung in Bonn statt.
Kinder und Jugendliche auf den Alltag vorbereiten und für das Leben stärken ist das Anliegen sowohl von Schule als auch von Jugendhilfe. Reisen in ihren vielfältigen Möglichkeiten und Formen können dabei einen hohen pädagogischen Stellenwert und eine entscheidende Rolle in der
Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen einnehmen. Diese Bedeutung des Kinder- und Jugendreisens herauszuarbeiten und darüber hinaus zukünftige Kooperationen zwischen Schule, Jugendhilfe und den einzelnen Anbietern von Programmen und Reiseformen anzustreben, war das Grundanliegen dieser Fachtagung.
Das BundesForum Kinder- und Jugendreisen als Veranstalter, in Zusammenarbeit mit dem Landesjugendamt Rheinland, hat dafür mit zahlreichen Referenten, einem abwechslungsreichen Programm und wertvollen Inhalten Diskussionsprozesse angeregt, die sicher Auswirkungen auf die Zukunft und damit eine neue Jugendreisepädagogik haben werden.
So verdeutlichte z.B. Prof. Klaus Schäfer (Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration, NRW), welche Auswirkungen die aktuellen Themen: Wandel des Bildungsverständnisses, Globalisierung, demografischer Wandel, Kinderarmut, Migration und Gesundheit auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen haben und welche Aufgaben dadurch für Schule und Jugendreisen entstehen. Denn „Reisen bildet und schlägt Brücken“.
Prof. Dr. Olaf Burow (Uni Kassel) stellte seine „Theorie des kreativen Feldes“ vor und zeigte, wie wichtig (außerschulische) Freiräume in Verbindung mit Spontanität und Eigenverantwortlichkeit sind. Die Vorstellung von gelungenen Beispielen aus der Praxis, die wissenschaftliche Untermauerung sowie die Bedeutung des Erlebnisses waren weitere wichtige Punkte im Tagungsprogramm.
Schade sowohl für die Veranstalter als auch für die Teilnehmer war, dass die Seite der Schule nur „sparsam“ vertreten war. Sicher hätte die Darstellung von Lehrern, Schulämtern und Schulsozialarbeiten noch einmal weiterführende Informationen sowie grundlegende Strukturen und deren Probleme verdeutlichen können.
Auch für die Anbieter erlebnispädagogischer Klassenfahrten und Gruppenprogramme und dem damit verbundenen Fachbereich im BE bot die Tagung in Bonn wichtige und weiterführende Inhalte.
Die Entwicklungen gehen verstärkt zu Angeboten mit pädagogischen Inhalten und Bildungsschwerpunkten. Immer mehr Anbieter von Kinder- und Jugendreisen entdecken Erlebnisse, Abenteuer, Gruppenerfahrung, Grenzerkundung und Angebote, die die Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen fordern und fördern als wesentliche Inhalte einer gelungenen Reise.
Dies bedeutet aber auch, dass sich die Erlebnispädagogik und die Qualität der Angebote und Anbieter zukünftig noch stärker abgrenzen muss. Zum einen muss verdeutlicht werden, was Erlebnispädagogik ist, zum anderen muss für den Kunden klar erkennbar sein, welche Anbieter erlebnispädagogische Programme und Klassenfahrten durchführen und nicht nur „einzelne Abenteuer“ anbieten.
Der Bundesverband Erlebnispädagogik hat mit seinen Qualitätskriterien für Anbieter handlungsorientierter und erlebnispädagogischer Programme (ESA) Standards geschaffen, die zukunftweisend sind.
Die detaillierten Ergebnisse der Tagung werden in einer Dokumentation Anfang des Jahres 2008 vom BundesForum Kinder- und Jugendreisen unter www.bundesforum.de veröffentlicht.


