über uns

BE - durch Erfahrung gut!

Zehn Jahre und mehr – Der Bundesverband Individual- und Erlebnispädagogik

 

von Heike Lorenz (1.Vorsitzende des BE von 2000-2008)
Februar 2010


So sind wir entstanden:
1992 hat sich der BE aus dem "Bundesverband Segeln, Pädagogik, Therapie" konstituiert.
Um eine Öffnung für andere erlebnispädagogische Felder zu ermöglichen, wurde damals eine Namens- und Satzungsänderung dieses zuvor auf segelpädagogische Projekte im Bereich erzieherischer Hilfen ausgerichteten Verbandes durchgeführt.
Damit war der Weg frei zur Entstehung des "Bundesverband Erlebnispädagogik e.V.", der seither durch die Bündelung einer größeren Vielfalt Theorie und Praxis grundlegend wie auch spezifisch weiter entwickelt sowie die Interessensvertretung seiner Mitglieder auf seine Fahnen geschrieben hat.
Im Jahr 2008 trug eine erneute Namensänderung in "Bundesverband Individual- und Erlebnispädagogik e.V." der Tatsache Rechnung, dass nach wie vor ein großer Teil der Mitgliedseinrichtungen in den Hilfen zur Erziehung beheimatet ist und hier vor allem individualpädagogische Angebote realisiert.

Unsere "Philosophie" in sieben Sätzen:
Erlebnispädagogik ist mehr als eine Methode der Sozialarbeit! Sie ist vielfältig und individuell einsetzbar.
Erlebnispädagogik braucht ein Bekenntnis zu Wertschätzung und Akzeptanz im Rahmen eines humanistischen Menschenbildes.
Erlebnispädagogik betrachtet kritisch die gesellschaftlich begründete Verhinderung menschlichen Entwicklungspotentials und bietet Alternativen. Damit kann sie Antworten auf aktuelle Probleme und Fragen anbieten (Stichworte z.B.: Pisa, "schwierige" Jugendliche..).
Erlebnispädagogik nimmt Menschen in ihrer unteilbaren und individuellen Komplexität wahr und ermöglicht somit Chancen, ganzheitlich und nachhaltig zu lernen.
Erlebnispädagogik verbindet Lernen in und für die Gemeinschaft mit dem Lernen für das eigene Selbst.
Erlebnispädagogik fordert heraus und bietet Begegnung und Lernen mit Spaß und Spannung!

Das machen wir heute:
Unsere Mitglieder ordnen sich inhaltlich vier Fachbereichen zu:
Hilfen zur Erziehung, Klassenfahrten und Gruppenprogramme, Projekte in der Jugend(-sozial)arbeit und Aus- und Weiterbildung.
In jedem Bereich arbeiten Fachgruppen zu speziellen Themen, die aktuell Aufmerksamkeit erfordern. Die Mitarbeit unserer Mitglieder ist ausdrücklich erwünscht.
Die Fachgruppen stehen jedoch auch Nicht-Mitgliedern offen, ebenso wie der öffentliche Teil unserer Jahreshauptversammlungen, in denen Info- und Fortbildungs-Angebote auf der Tagesordnung stehen.


Was uns gerade bewegt:

Aktuelle Themen der Fachgruppen:
Durch die erfolgreiche "Schulfahrtenkonferenz" Anfang des Jahres 2009 in Niedersachsen konnten  im Fachbereich "Klassenfahrten und Gruppenprogramme" Weichen gestellt werden, die weitreichende Folgen haben werden: das Modell-Projekt empfiehlt sich nach Abschluss der Pilotphase zur Nachahmung in weiteren Bundesländern – wir sind am Ball!
Die Fachgruppe "BE-Nord" arbeitet bereichsübergreifend. Sie plant für Juni 2010 einen regionalen Fachtag. In diesem Rahmen wird Erlebnispädagogik in Theorie und Praxis über Workshops und eine Messe der regionalen Öffentlichkeit vorgestellt. Nähere Infos werden per Newsletter sowie auf der Website zur Verfügung gestellt.                             
Die Arbeitsgruppe "Selbstbestimmung und Teilhabe erfahren durch Erlebnispädagogik" hat sich in 2009 etabliert. Aktuell stehen der allgemeine Austausch der Disziplinen sowie die Entwicklung gemeinsamer Projekte im Vordergrund.
Der Fachbereich "Aus- und Weiterbildung" erarbeitet eine erste Positionierung, wie Standards in der erlebnispädagogischen Ausbildung aussehen können und sollten.
Der Bereich "Hilfen zur Erziehung" beschäftigt sich aktuell vornehmlich mit den Themen Vereinheitlichung von Betriebserlaubnisverfahren in den Ländern sowie der Statusfrage freier pädagogischer Betreuer.

Einige Zahlen und Fakten:
Zu Beginn des Jahres 2010 haben wir 123 Mitglieder. Diese Gruppe setzt sich zusammen aus einzelnen Personen wie aus Einrichtungen/Unternehmen, die sich thematisch den vier Fachbereichen zuordnen. Katja Hager verantwortet als Geschäftsführerin mit einer ¾ Stelle das operative Geschäft; derzeit sieben Vorstandsmitglieder steuern die inhaltliche Richtung unserer Arbeit.

 

 

 

Worauf wir besonders stolz sind:
Der BE ist bekannt und wird gefragt!
Partnerschaften: Wir haben uns durch unsere kontinuierliche und verläßliche Arbeit zu einem geschätzten Partner sowohl in der Fachöffentlichkeit als auch auf politischer Ebene entwickelt. Deshalb sind wir als Diskussions- und Kooperationspartner in Landes- und Bundesministerien sowie in vielen anderen überörtlichen Gremien willkommen. Dies ermöglicht es uns, die Interessen unserer Mitglieder an den entscheidenden Stellen optimal zu vertreten: so werden wir z.B. regelmäßig dazu eingeladen, Gesetzesänderungen des SGB VIII im Bundesfamilienministerium mit zu beraten, in (fach-)politischen Arbeitsgruppen aktuelle Probleme zu erörtern und Lösungsvorschläge zu unterbreiten sowie Fachtagungen zu bereichern oder zu organisieren.
Rat und Tat: Immer mehr Menschen und Institutionen bitten den BE um Rat und Informationen zu sehr unterschiedlichen Fragestellungen – dies zeigt uns, dass wir auch außerhalb unserer Mitgliedsreihen und Netzwerke als kompetenter Verband wahrgenommen werden. Dies ist durch einige Medienauftritte öffentlichkeitswirksam dokumentiert, welche bundesweite Beachtung fanden.
Qualität: Wir haben das Gütesiegel "beQ" ("Qualität erlebnispädagogischer Programme und Anbieter – Mit Sicherheit pädagogisch!") entwickelt. Anfang 2010 ist die Pilotphase abgeschlossen, einige Ministerien haben das Siegel bereits anerkannt. Es ist das erste und bislang einzige Verfahren dieser Art in Deutschland!
Mitgliederentwicklung: Wir freuen uns, dass sich der Bereich der erlebnispädagogischen Programme und Projekte in unserem Verband inzwischen zu einer ebenso starken Säule wie der Bereich der Individualpädagogik entwickelt hat!

Krisen und Schwierigkeiten, die wir überstanden haben:
Zwei Herausforderungen der letzten zehn Jahre verdienen in diesem Rahmen besondere Beachtung:
Zum Einen waren wir immer wieder mit Turbulenzen konfrontiert, die teils aus der Praxis, vor allem aber aus der medialen Beachtung der Individualpädagogik im Ausland entstanden sind. Rückblickend haben wir diese Situationen als Chancen zur Qualifizierung des Feldes wie auch zur politischen Positionierung des Verbandes nutzen können.
Zum Anderen hat uns die Entwicklung von einem durch überwiegend ehrenamtliche Arbeit gestützten Verband hin zu einem hauptamtlich geführten und ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge finanzierten BE sehr in Atem gehalten!


Blick in die Zukunft. Wo stehen wir in 10 Jahren:

"Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen." Dieser Satz wird Altbundeskanzler Helmut Schmidt nachgesagt. Wir verzichten auf Arztbesuche und leisten uns Visionen, denn sie sind der Motor für Entwicklungen:
wir bauen auf dem Erreichten auf, werden noch bekannter und gewinnen neue Mitglieder hinzu. Das operative Geschäft wird durch hauptamtliche Kräfte in der Geschäftsstelle geleistet. Erlebnis- wie auch Individualpädagogik sind in Deutschland etablierte "Begriffe". Der BE vertritt die in ihm organisierten Berufsgruppen. BE-Standards für erlebnispädagogische Klassenfahrten, Ausbildungen und andere Arbeitsbereiche steigern die Qualität der Praxis . BE-Zertifizierungen sind als Markenzeichen etabliert. Wir initiieren Fachtagungen zu wichtigen Entwicklungen und bereichern den wissenschaftlichen Diskurs. Die Zahl der BE-Veröffentlichungen wächst. Wir unterbreiten unseren Mitgliedern noch mehr Vorteile. Wir nehmen aktiv Einfluss auf bildungspolitische Entwicklungen. Und: trotz enormer Herausforderungen und Anstrengungen haben wir immer noch viel Spaß an der Arbeit und geben 100%! 



Der Beitrag ist erschienen In:
erleben&lernen. Intern. Zeitschrift für handlungsorientiertes Lernen, 18.Jg., Heft 1&2/2010, S.10f.

 

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