Vorgestellt: Kompetenznachweis International (KNI)

Heike Lorenz referiert im Arbeitskreis Auslandsprojekte (AKA) im Niedersächsischen Landesamt für Soziales, Jugend und Familie

Das Niedersächsische Landesamt für Soziales, Jugend und Familie lädt vier Mal im Jahr alle Jugendhilfe-Träger aus Niedersachsen, die im Rahmen der Hilfen zur Erziehung Jugendliche in sogenannten Auslandsprojekten betreuen, zu einem verpflichtenden Austausch ein. Dabei beschäftigt sich der „Arbeitskreis Auslandsprojekte AKA“ immer wieder auch mit neuen fachlichen Ansätzen.

Unter dem Titel „Jugendhilfe europäisch denken“ war Heike Lorenz, Personal- / Organisationsentwicklerin und KNI-Coach aus Dortmund, eingeladen, in der Sitzung am 21.11.2016 in Hannover den Kompetenznachweis International (KNI) vorzustellen und über die Einsatzmöglichkeiten im Feld der Hilfen zur Erziehung im Ausland zu referieren.

Thematisch verknüpfte Lorenz die Informationen zum KNI mit Arbeitsthesen für einen ihrer Ansicht nach notwendigen Paradigmenwechsel in Auslandsmaßnahmen: es sei wichtig, für Aktivitäten und Projekte im Rahmen der Hilfen zur Erziehung die Gastländer stärker und offensiv mit ihren jeweiligen spezifischen Möglichkeiten in Hilfeverläufe einzubinden. Dies gelte sowohl für individualpädagogische Projekte als auch für Erziehungshilfe-Konzepte, die überwiegend in Deutschland stattfinden. Zudem sei der endgültige Abschied von der Nutzung individualpädagogischer Hilfen im Ausland als „finalem Rettungskonzept“ geboten.

Der KNI wurde ursprünglich für den Einsatz in der Internationalen Jugendarbeit entwickelt. Die sehr ausgereifte Systematik bedurfte jedoch einer „Übersetzung“ für die Anwendung im Feld der Hilfen zur Erziehung. In Zusammenarbeit mit IJAB, Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V. und dem JugendSozialwerk Nordhausen e.V. haben Heike Lorenz und Eva Felka vom Bundesverband Individual- und Erlebnispädagogik e.V. die Systematik durch die Brille des neuen Anwendungsbereiches betrachtet. Entstanden ist eine ergänzende Handreichung, die die Spezifika des Feldes berücksichtigt und anspricht.

In der Sitzung des AKA in Hannover warb Lorenz für den Einsatz des Instruments in allen Hilfen zur Erziehung im Ausland, weil der KNI-Prozess in hervorragender Weise den Anforderungen an eine auf Beteiligung, Selbstreflexion und Dialog ausgerichteten Pädagogik Rechnung trägt. Darüber hinaus vermag er die Kompetenzen der jungen Menschen über sehr konkrete Beschreibungen und Bilder aufzuzeigen. Der KNI unterstützt die Persönlichkeitsentwicklung nachhaltig und hilft, den Auslandsaufenthalt positiv in die eigene Biografie einzuweben. Das im Anschluss an den Prozess ausgestellte Zertifikat kann zudem ein Türöffner im Rennen um Praktikums- und Ausbildungsplätze sein – die plastische Darstellung von Kompetenzen vermittelt Arbeitgebern, anders als Schulnoten oder Zeugnisse, ein greifbares Bild des jungen Menschen, der sich um eine Ausbildung bemüht.

Die Vorstellung des KNI erzeugte reges Interesse im Arbeitskreis – die Teilnehmenden stellten viele praxisorientierte Fragen.

Die spezifische Ergänzung zum KNI-Handbuch für die Erziehungshilfe ist voraussichtlich ab Januar 2017 über den Herausgeber, den Bundesverband Individual- und Erlebnispädagogik e.V., zu beziehen.

Foto: Annette Kuhnert, Nds. Landesamt für Soziales, Jugend und Familie

Geschrieben von Heike Lorenz Organisationsberatung - Teamentwicklung –Personalmanagement Ehrenmitglied im be, www.heike-lorenz.com  

Zum Weiterlesen:
www.ijab.de
Entwicklung der Handreichung

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