Willy Klawe war Diplom-Soziologe, Hochschullehrer und Fachautor, der über Jahrzehnte hinweg die Soziale Arbeit und die Forschung nachhaltig geprägt hat. Sein Wirken war gekennzeichnet von einer Verbindung aus wissenschaftlicher Klarheit und tiefem Praxisbezug.
Als Mitbegründer und langjähriger wissenschaftlicher Leiter des Hamburger Instituts für Interkulturelle Pädagogik (HIIP) sowie als Lehrender an der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit & Diakonie in Hamburg hat er Generationen von Fachkräften inspiriert und begleitet. Sein besonderes Anliegen war es stets, wissenschaftliche Erkenntnisse für die Praxis nutzbar zu machen und damit die Qualität sozialpädagogischer Arbeit konkret zu verbessern.
Für die Erlebnispädagogik war Willy Klawe weit mehr als ein Beobachter – er war ein gestaltender Impulsgeber. Früh hat er die Bedeutung intensiver, lebensweltbezogener Erfahrungen für Entwicklungsprozesse junger Menschen erkannt und diese Perspektive konsequent in die Hilfen zur Erziehung eingebracht. Seine Arbeiten, etwa zur Verbindung von Alltag und außergewöhnlichen Erfahrungsräumen, haben die Fachdebatte nachhaltig beeinflusst.
Ein besonderer Meilenstein seines Wirkens ist die im Auftrag des Bundesverbandes Individual- und Erlebnispädagogik e.V. mit entstandene Expertise „Das Ausland als Lebens- und Lernort. Interkulturelles Lernen in der Individualpädagogik“. Diese Arbeit hat Maßstäbe gesetzt für die fachliche Begründung, Ausgestaltung und Reflexion individualpädagogischer Angebote im Ausland. Sie zeigt eindrücklich, wie interkulturelles Lernen, persönliche Entwicklung und verantwortungsvolle pädagogische Begleitung miteinander verbunden werden können. Bis heute bildet die Expertise eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung der Individualpädagogik im Ausland als effektive Hilfe zur Erziehung.
Prof. Willy Klawe hat die Fachwelt nicht nur durch seine Publikationen geprägt, sondern vor allem durch seine Haltung: geprägt von Respekt gegenüber jungen Menschen, von Vertrauen in deren Entwicklungspotenziale und von der Überzeugung, dass Lernen dort besonders wirksam wird, wo es das ganze Leben berührt.
Mit ihm verlieren wir einen klugen Analytiker, einen engagierten Streiter für fachliche Qualität und einen Menschen, der die Soziale Arbeit und die Individualpädagogik mit ruhiger Beharrlichkeit und großer fachlicher Integrität vorangebracht hat.
Unser Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Angehörigen und allen, die ihm nahestanden.
Vorstand und Geschäftsführung des Bundesverbandes Individual- und Erlebnispädagogik e.V.










































































































































































































