Bundesverband Individual- und Erlebnispädagogik setzt sich für Erlebnistherapie ein

Die Erlebnistherapie hat als Fachtherapie oder als therapeutisches Ergänzungsverfahren in unterschiedlichen Kontexten an Bedeutung gewonnen. Dazu hat der Bundesverband Individual- und Erlebnispädagogik e.V. ein Positionspapier als Selbstverständnis entwickelt.

Pressemeldung vom 20.10.2021

Psychische Auffälligkeiten, soziale Störungen, dysfunktionale Verhaltensweisen: Viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene sind von solchen Einschränkungen betroffen und benötigen daher besondere Aufmerksamkeit und Unterstützung. Als ein erfolgreiches Konzept hat sich mehr und mehr die Erlebnistherapie herausgestellt. Unter Erlebnistherapie versteht man einen ganzheitlich handlungsorientierten Ansatz, der mit erlebnis- und naturpädagogischen Methoden therapeutische Settings unterstützt, ergänzt oder eigenständig gestaltet.

„Erlebnistherapie kann als Fachtherapie oder als therapeutisches Ergänzungsverfahren in unterschiedlichen Kontexten genutzt werden. Dabei sind therapeutisches Fachwissen, therapeutischer Kontext und die Prozesstiefe entscheidende Merkmale, welche erlebnistherapeutische Settings von pädagogisch orientierten Interventionen unterscheiden“, berichten die Vorstände Jochen Hotstegs und Dr. Barbara Bous des Bundesverbandes Individual- und Erlebnispädagogik e.V. Der eingetragene Verein repräsentiert als führender Fachverband in Deutschland seit 1992 die Vielfalt der Arbeitsfelder der Erlebnispädagogik und der Individualpädagogik mit den Schwerpunkten Hilfen zur Erziehung, Klassenfahrten und Gruppenprogramme, Aus- und Weiterbildung und Erlebnistherapie. Qualitätsentwicklung und Professionalisierung sind dabei die wichtigsten Aufgaben des Verbandes.

Seit 2017 ist Erlebnistherapie als besonderer Ansatz in einem therapeutischen Kontext beim Bundesverband Individual- und Erlebnispädagogik präsent. Es sei erfreulich, dass sich Erlebnistherapie in jüngster Zeit als Fachtherapie/therapeutisches Ergänzungsverfahren entwickelt habe, betont Reinhard Zwerger, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes. Daher habe der Verband den eigenen Fachbereich etabliert und das Selbstverständnis von Erlebnistherapie in einem Positionspapier zusammengefasst. Dieses ist unter https://www.bundesverband-erlebnispaedagogik.de/fileadmin/user_upload/be-ep.de/Dateien/Pdf/Downloads/20-05-26_be_selbstverstaendnis_erlebnistherapie.pdf erhältlich.

Das Selbstverständnis beschreibt den erlebnistherapeutischen Ansatz. Es benennt den therapeutischen Bezug sowie die Ziele dieser Fachtherapie. Zudem werden die Haltung und das Menschenbild von Erlebnistherapeut:innen erläutert und auch Informationen zur Qualifikation und den erforderlichen Kompetenzen für die Arbeit in diesem Gebiet gegeben. Damit gibt das Selbstverständnis eine grundlegende Beschreibung dessen, was Erlebnistherapie ist. Der Text ist als Prozess zu verstehen, der sich im weiteren Austausch auch weiter entwickeln wird.

„Der erlebnistherapeutische Prozess orientiert sich zielgerichtet am Bedarf der Klient:innen. Ziel der Erlebnistherapie ist es, einen Entwicklungs- und Selbstheilungsprozess anzustoßen beziehungsweise zu ermoöglichen. Dies gelingt durch das Gestalten von äußeren handlungsorientierten Erfahrungsfeldern, die eine Passung zu inneren Zielen und Veränderungsprozessen haben. In der Natur beziehungsweise in gestalteten Situationen können sich Klient:innen im Tun erleben. Dieses Erleben wird durch die Bewusstmachung beziehungsweise die Reflexion über die inneren Prozesse zu einer Selbsterfahrung“, zitiert Reinhard Zwerger aus dem Positionspapier.

Jochen Hotstegs und Dr. Barbara Bous weisen darauf hin, dass die Fachgruppe mit dem Positionspapier erstmals ein gemeinsames Selbstverständnis über Erlebnistherapie im deutschsprachigen Raum entwickelt und der Erlebnistherapie damit einen festen Rahmen gegeben habe. Das sprunghaft gestiegene Interesse an erlebnistherapeutischen Vorgehensweisen und das damit verbundene wachsende Arbeitsfeld im therapeutischen Sinne habe diese Professionalisierung erfordert. Zugangswege in die erlebnistherapeutische Praxis bestehen über eine fundierte erlebnispädagogische Ausbildung („Berufsbild Erlebnispädagog:in“ sowie Titel „Erlebnispädagoge be®“) in Verbindung mit therapeutischem Fachwissen (Qualifikation oder entsprechende Berufserfahrung) oder über eine therapeutische Ausbildung in Verbindung mit erlebnispädagogischen Qualifikationen.

Der Bundesverband Individual- und Erlebnispädagogik unterstützt auf dem Weg der Qualifizierung und vermittelt bei Bedarf Fachunternehmen für die Erlebnistherapie.
 

» Weitere Informationen
» Die Pressemeldung vom 21.10.2021 im PDF-Format

 

Bild: silviarita - pixabay.com

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